Scrum oder nicht Scrum – das ist hier die Frage…

Eine Google-Suche im Jahr 2014 mit den Begriffen Agile und Mainstream ergibt weit über 400.000 Suchergebnisse. Softwareentwickler stehen auf agile Methoden. Als Führungskraft brauche ich also nur meine Wasserfallmethode generalstabsmäßig durch Scrum, Kanban, Crystal, Extreme Programming oder  eine der anderen schicken agilen Methoden zu ersetzen und schon habe ich meine Entwicklungsabteilung modernisiert, bin ich zukunftsmäßig super aufgestellt. Richtig?  Natürlich nicht!

Agile Softwareentwicklung erfordert Mut und Vertrauen.

Die Einführung agiler Softwareentwicklung bedeutet weit mehr als nur das Ersetzen einer Methodik durch eine andere. Es erfordert von der gesamten Führungsriege einen Paradigmenwechsel. Partizipative Führung ersetzt hierarchische Führung, Vertrauen in die Entscheidungen der Mitarbeiter und situative Unterstützung  ist notwendig, wo bisher Machtausübung und Entscheidungen von oben das Mittel der Wahl waren. Das alles erfordert von den Führungskräften vor allem eines: Mut.

Den Mut, Vertrauen in die Kompetenzen der Mitarbeiter zu haben; den Mut, Entscheidungsbefugnisse abzugeben und nur die Ziele und andere Rahmenbedingungen vorzugeben; den Mut, sich als Führungskraft neu zu erfinden.

Aktiv gelebte agile Werte sind eine Bereicherung für die Unternehmenskultur.

Agile Softwareentwicklung bringt – wenn sich das Unternehmen wirklich darauf einlässt – im Handeln der Mitarbeiter sozusagen automatisch und freiwillig  eine Reihe von Werten mit (Initiative, Veränderungsbereitschaft, gegenseiter Respekt…), die eine Bereicherung für das gesamte Unternehmen sind. Nur eines muss jedem Entscheider klar sein: ein bisschen Agilität funktioniert im Unternehmen genauso wenig, wie eine Frau ein bisschen schwanger sein kann.

Daher will der Entschluss wohl überlegt sein, denn Aufzucht und Pflege sind auch beim Aufbau agiler Organisationen eine komplexe Lebensaufgabe.